"All the stars are yours to hold in your hands
All the stars are yours to share with those there"
Lake of Tears - The Path of the Gods

Montag, 27. Februar 2017

Lest dieses Buch!

Hff. Ich habe gestern Abend zum ersten Mal seit einiger Zeit ein Buch beendet, das mich wirklich, wirklich begeistern und ganz und gar fesseln konnte. Das mich so berührt hat, dass ich beim Lesen zwischendurch einfach zu heulen angefangen habe.
The Long Way to a Small, Angry Planet (Deutsche: Der lange Weg zu einem kleinen, zornigen Planeten) von Becky Chambers ist der erste Band der Wayfarers-Trilogie. Band 2 A Close and Common Orbit ist auf Englisch bereits erschienen, Band 3 ist für Januar 2018 angekündigt.
Eins vorweg: dieses Buch ist nichts für Action-Fans, die möglichst viel über komplizierte Technik und intergalaktische Kriege lesen wollen.
Es ist deutlich stiller und konzentriert sich auf die Charaktere, die so unfassbar wundervoll sind, dass ich jeden einzelnen davon aus dem Buch ziehen und herzen wollte.
Die Wayfarer ist ein kleines, vielfach geflicktes und etwas durchgevögelt aussehendes Raumschiff, dessen Aufgabe es ist, „Wurmlöcher“ (bzw. was Ähnliches) anzulegen, durch die man schnell zwischen weit entfernten Orten reisen kann.
Weil Captain Ashby Santoso seine Rechnungen und Berichte kaum noch überblicken kann, stellt er mit Rosemary eine Buchhalterin ein. Rosemary hat diesen Job angenommen, weil er sie fort von ihrer Heimat auf dem Mars führt, wo sie ohne eigenes Verschulden ihr altes Leben zurücklassen muss.
Zunächst ein wenig überwältigt von der bunt zusammengewürfelten Crew, stellt Rosemary schnell fest, dass die Wayfarer genau der richtige Ort für sie ist – mit Sissix, der Pilotin, die eine Aandrisk ist – eine reptilienartige Spezies, Kizzy und Jenks, den chaotischen Technikern, der KI Lovelace (Lovey), in die Jenks verliebt ist und die gerne einen Körper hätte, was für empfindsame KIs jedoch verboten ist, Dr Chef, dem Koch und Arzt, dessen Spezies, die „Grum“ bald aussterben wird, Corbin, dem Algentechniker (irgendwie werden Raumschiffe mit Algen betrieben), den keiner leiden kann und der niemanden leiden kann und Ohan, dem Navigator, die einer Spezies angehören, die durch die Infektion mit einem Virus einzigartige mentale Fähigkeiten entwickelt und sich nach Infektion als ein „Paar“ betrachtet, weshalb Ohan von sich selbst im Plural sprechen und auch so angesprochen werden.
Kurz nach Rosemarys Eintreffen auf der Wayfarer bekommt die Crew einen einzigartigen Auftrag: Sie sollen ein Wurmloch zu einem weit entfernten Planeten anlegen, der von den Toremi kontrolliert wird, einer ausgesprochen kriegerischen und impulsiven Spezies.
Mich hat das Buch vielfach an Star Trek erinnert – der Zusammenschluss aus verschiedenen Spezies von verschiedenen Planeten, „Galactic Commons“ genannt, erinnert an die Föderation aus Star Trek, was aber gar nicht der Hauptgrund ist. The Long Way to a Small, Angry Planet spielt wie Star Trek in einer Zukunft, in der die Menschheit einige verdammt wichtige Lektionen gelernt hat – zu einem hohen Preis: die Erde ist unbewohnbar geworden, und die Menschen leben entweder auf dem Mars (wo Rosemary aufgewachsen ist) oder auf „Homesteadern“, gigantischen Raumschiffen, die den Menschen als Heimat dienen. Einige leben auch auf anderen Planeten in Kolonien.
Um große interplanetarische Konflikte und Politik geht es hier aber gar nicht - es geht um den langen Weg zu diesem kleinen, zornigen Planeten, der zunächst auf die „klassische“ Weise zurückgelegt werden muss, ehe das Wurmloch angelegt werden kann. Auf diesem Weg lernt Rosemary die Crewmitglieder kennen, erfährt deren Geschichten und muss sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Es ist kein actionreiches Buch, sei hier noch mal gesagt. Aber genau deshalb liebe ich es so sehr.
Es ist unfassbar lustig, es ist berührend, und es liest sich wie ein Versprechen, dass Menschen sich ändern können.
Es ist wie eine Feier – keine wilde Party, auf der die Alkoholleichen in den Ecken liegen und laute Musik läuft, nein, es ist stiller, persönlicher und nachhaltiger.
Es ist eine Feier kultureller, sexueller und körperlicher Diversität, ein Ruf nach Verständigung und dem Anerkennen der Tatsache, dass man manche Unterschiede, manche Eigenschaften anderer Spezies nicht verstehen, wohl aber akzeptieren kann. Es stellt unangenehme Fragen, zum Beispiel, ab wann eine künstliche Intelligent als „Leben“ zu verstehen ist und wie viele Rechte ihr eingeräumt werden sollten.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass manche Entwicklungen zu schnell und zu „glatt“ gingen. Da hätten dem Buch hundert Seiten mehr gar nicht geschadet, um die Konflikte der einzelnen Charaktere ein wenig tiefgreifender auszuführen – besonders bezogen auf Corbin und Ohan.
Es ist zwar eine Trilogie, allerdings soll der zweite Teil sich, wenn ich das richtig verstanden habe, auf neue Figuren konzentrieren und die Handlung aus Band 1 ist mit dem Ende dessen auch abgeschlossen – auch wenn ich auch noch fünf weitere Bücher mit dieser großartigen, chaotischen Crew lesen würde. Ich werde diese Bande vermissen.

Und zum Abschluss bleibt mir nur eines zu sagen: Menschen, lest dieses Buch. Es ist großartig, und es ist wichtig. Ich möchte es im Hunderterpack kaufen und an jeder Straßenecke verschenken.

Samstag, 28. Januar 2017

Kein weiterer Kommentar

In den USA herrscht nun ein Einreiseverbot für Muslime aus verschiedenen Ländern.

Jeder, der das unterstützt, was in den USA gerade passiert, hat entweder noch nie ein Geschichtsbuch in der Hand gehabt, oder nimmt billigend in Kauf, dass sich das, was vor 80 Jahren in Deutschland passiert ist, wiederholt.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Gestatten: Lexi, die sexistische Rassistin

Kleiner Tipp: Verfasst niemals einen Post auf Tumblr darüber, dass ihr ein bestimmtes Canon-Pairing ganz und gar fürchterlich findet.
Menschen werden diesen Post auf die Tatsache reduzieren, dass die Frau in besagtem Pairing schwarz (und eine Frau) ist und das als einzigen Grund ansehen, dass ihr das Pairing hasst.

Jepp, ich bin seit gestern die größte Rassistin/Sexistin der gesamten Website.

Prost!

Sonntag, 20. November 2016

Ein Leben lang

Uff.
Was für eine Reise.

Heute vor drei Wochen habe ich begonnen, Star Trek: The Original Series zu schauen, nachdem ich zunächst die ersten fünf TOS-Filme gesehen habe, die ja ein gutes Stück nach der Serie spielen.
Es brauchte nur diese Filme, die ich, ohne die Serie zu kennen, noch gar nicht wirklich begreifen ... oder erfassen konnte, plus ein paar Folgen von TOS, und ich war vollkommen in diesem Fandom gefangen. Innerhalb von etwas mehr als einer Woche habe ich die komplette Serie gesehen und anschließend noch einmal die Filme angeschaut - einschließlich The Undiscovered Country, dem sechsten und letzten Film mit der kompletten Originalcrew um Kirk, Spock, Bones, Uhura, Scotty, Chekov und Sulu.
Diesen Film habe ich ein wenig vor mir her geschoben, weil ich eben wusste, dass es "der letzte" ist. Klar, Jim taucht in dem danach noch mal auf, aber ich weiß genug darüber, dass ich ihn, wenn überhaupt, nur sehr widerwillig in meinen Headcanon aufnehmen werde.
Und wie erwartet habe ich am Ende des Films Rotz und Wasser geheult.

Es ist faszinierend, wie schnell und wie gründlich das Star Trek-Fandom mich verschluckt hat. Es fühlt sich an, als hätte es mein Leben lang auf mich gewartet, als hätte es schon immer zu mir gehört und ich weiß, TOS, die Crew und das Triumvirat Jim, Spock und Bones werden mich nie wieder verlassen. Mich nie wieder loslassen.
Ich glaube nicht, dass mich ein Fandom schon einmal so schnell so sehr gefesselt und berührt hat. (Eigene Werke und die Crossover-Welt von Alex und mir ausgenommen; das ist noch mal eine andere Ebene.)
Nie zuvor hatte ich ein so perfektes OTP wie Jim und Spock. Schon als ich vor drei Jahren The Motion Picture gesehen habe, habe ich das Ship verstanden - und mit den weiteren Filmen und der Serie, die ich ja erst jetzt geschaut habe, bin ich ihm hoffnungslos verfallen.

So sehr, dass ich alle Pläne für eigene Werke erst mal auf Eis gelegt habe und nun wieder voll ins Fanfiction-Schreiben eintauche. Dabei schreibe ich allerdings eher mit dem AOS-Universum, weil sich das besser "anbietet" - schon allein dadurch, dass ich nie ein Pairing erlebt habe, das so FALSCH ist und sich so verkehrt anfühlt wie Das Pairing Aus Der Hölle Spock/Uhura. Das geht einfach gar nicht. Jetzt leben wir in einer Zeit, in der es möglich wäre, einen Film mit einem gleichgeschlechtlichen Hauptpairing zu drehen, und immer noch kriegen Spock und Jim nicht diese letzte, offizielle Bestätigung. Mein Gott, ich erwarte doch keine Sexszenen im Kino. Ich wünsche mir einfach nur eine Würdigung der Tatsache, dass diese beiden einander die wichtigsten Menschen im Universum sind - und keine Beziehung mit anderen dem jemals gleichkommen kann - mit Ausnahme von Bones. Das Triumvirat gehört zusammen, und es macht mich rasend, wenn ich Bilder vom AOS-Cast sehe, wo Uhura an der Stelle steht, an der in TOS Bones stand - nein, einfach nein.
Auch wenn ich nie, niemals aufhören werde zu hoffen, dass die Space Husbands eines Tages "On Screen-Canon" werden, so glaube ich doch nicht daran.
Also muss ich die Sache selbst in die Hand nehmen.

Ich glaube, ich erkenne nun ein Muster, was Fanfiction und mich angeht. Ich habe Oneshots zu verschiedenen Fandoms geschrieben, längere Sachen bisher aber nur zur Gilde der schwarzen Magier, und nun Star Trek AOS.
Jetzt weiß ich, warum: Ich liebe beide Fandoms, aber beide haben ihre Fehler, sind manchmal unstimmig, unvollständig und scheinen geradezu nach Fanfictions zu schreien. Weil die Charaktere so unglaublich großartig sind und man mit ihnen so, so viel machen kann.

Darüber hinaus merke ich, dass ich, auch wenn ich ein bisschen neugierig auf Captain Picard und The Next Generation bin, im Moment nicht "bereit" bin, mich auf neue Figuren in diesem Universum einzulassen.
Dazu liebe ich die Originalcrew viel zu sehr und glaube und möchte nicht, dass da irgendjemand noch rankommt - vor allem nicht ans Triumvirat.
Ich möchte TNG auf jeden Fall zumindest teilweise schauen (schließlich taucht SPOCK da noch mal auf! Und in der ersten Folge BONES! <3), aber im Moment, und vielleicht auch auf längere Sicht, bin ich einfach nicht "offen" für eine neue Crew.

Montag, 31. Oktober 2016

Where they belong

Okay. Wer mir auf Twitter folgt, hat die Tage definitiv mitbekommen, wie schnell und wie tief ich ins Star Trek-Fandom gefallen bin.

Und gerade eben habe ich das Schönste gehört, was in dieser Serie und den Filmen jemals gesagt werden könnte.

Das Zitat aus diesem Tweet in voller Länge:

[Die Space Husbands Jim und Spock sind in den 1930er-Jahren gelandet und sitzen da erst mal für ein paar Tage fest. Mit viel Glück sind sie bei Edith Keeler untergekommen, die ihnen Arbeit und Unterkunft bietet. Sie ahnt aber, dass die beiden mehr sind als zwei obdachlose Straßendiebe.]

Keeler: "I'd like to ask about you two. And don't give me that "questions about little old us?" look. You know as well as I do how out of place you two are around here."
Spock: "Interesting. Where would you estimate we belong, Miss Keeler?"
Keeler: [Zu Spock] "You? At his side, as if you've always been there and always will." [Zu Jim] "And you ... you belong ... in another place. I don't know where or how."
(TOS, 1x28, "The City at the Edge of Forever") Youtube

Das ... ich finde dafür gerade keine Worte. Außer, dass ich heule und die Szene wieder und wieder anschaue. Diese Worte ... das ist es. Das ist, was dieses Pairing ausmacht und was es für mich zum ultimativen OTP macht.
Menschen, das ist kein Fanon. Jim/Spock IST Canon, egal, ob da eine (sichtbare) sexuelle Komponente drinsteckt.
Wo auch immer Jim ist, wo auch immer er je sein wird - Spock gehört zu ihm, immer und für immer.
Niemand wird für einen der beiden jemals wichtiger sein als der jeweils andere. Niemand wird ihnen je näher sein.

Und das ist so offensichtlich, dass Edith Keeler das sofort erkennt - ohne irgendwas über die beiden zu wissen.

Diese Aussage - dass Spock an Jims Seite gehört - ist selbst für die heutige Zeit verdammt eindeutig. Und wir reden hier von den 1960er-Jahren, in denen es noch praktisch undenkbar war, dass ein homosexuelles Paar sich offen zeigen konnte, geschweige denn, dass man Homosexualität so in einer Serie hätte zeigen können.
In dieser Szene haben die Produzenten sich schon sehr, sehr weit aus dem Fenster gelehnt.
Ich kann das nur auf eine Art interpretieren.

Und nun entschuldigt mich. Ich muss mehr Taschentücher suchen und diese Szene noch mal in voller Länge anschauen. (Und mich an dem Anblick von Spock mit Wollmütze ergötzen.)